News-FVDZ Nachrichten 7.Januar 2020

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit dem FVDZ aktuell bieten wir Ihnen einmal in der Woche aktuelle Informationen aus dem Verband sowie aus der Gesundheits- und Standespolitik.

GOZ-Punktwertuhr:  11.695 Tage

 

Themen dieser Ausgabe:

  • 36C3: Arztausweis an der Käsetheke
  • Zytostatika-Betrug: MVZ-Gründung als Umgehungsstrategie
  • 2020: Das Tempo bleibt hoch
  • Digitale Angebote: Kein „Hype“ zu erwarten
  • Katerforschung: Bourbon oder Wodka?



Aus der Gesundheits- und Berufspolitik:


36C3: Arztausweis an der Käsetheke


Der 36ste Chaos Communication Congress (36C3) des Chaos Computer Clubs (CCC) schaffte es diesmal in die Primetime aller Nachrichten: An den Arztausweis, der den Zugang zur schönen neuen Welt der Gesundheitsdaten ermöglicht, kommt praktisch jeder. Verblüffend für die Profi-Hacker: Es muss noch nicht mal irgendwas gehackt werden. Sie nutzten lediglich Lücken im Bestellprozess der Karten. So konnten sie Ausweise besorgen, indem sie sich als Ärzte ausgaben und die Ausweise an falsche Adressen liefern ließen (in diesem Fall tatsächlich an eine Käsetheke). Es gebe keine Stelle, die mit Sicherheit wisse, wo sich die ausgegebenen 115.000 Praxisausweise aktuell befinden - bei einem Arzt oder einem Kriminellen, sagte dazu Martin Tschirsich vom CCC. Daher müsse geprüft werden, ob die Karten gesperrt werden müssten oder ob eine Reidentifikation der Karteninhaber in Betracht käme. Die vom Bundesgesundheitsministerium beherrschte gematik erklärte dazu, eine „pauschale Kartensperre“ sei nicht erforderlich. Man werde zusammen mit den Kartenherausgebern prüfen, ob die gefundenen Schwachstellen bereits ausgenutzt wurden. Aktuell seien aber keine Gesundheitsdaten in Gefahr, weil sich die Telematikinfrastruktur (TI) noch im Aufbau befinde. Die unzureichenden Authentifizierungsmechanismen von elektronischer Gesundheitskarte und Heilberufeausweis sollen allerdings schon seit 2004 bekannt sein. Mitte Dezember haben gematik und Bundesnetzagentur die Kartenanbieter angewiesen, vorübergehend keine Praxisausweise mehr auszugeben. Die Kartenherausgeber wurden außerdem zu einem Treffen im Januar eingeladen, um Maßnahmen zur Verbesserung der Beantragungs- und Herausgabeprozesse zu diskutieren. Man will auch auf den CCC zugehen, um die Sicherheit der TI zu optimieren. Noch kurz vor Weihnachten hatte gematik-Chef Markus Leyck erklärt, er sei zuversichtlich, dass der Zeitplan für die Einführung der elektronischen Patientenakte (ePA) einzuhalten sei. Die aufgedeckten Schwachstellen bezeichnet die gematik als „nicht hinnehmbar“. Der ePA- Starttermin wankt auch deshalb, weil Innerhalb der Koalition unterschiedliche Auffassungen zum  Datenschutz bestehen. So sollen das Bundesjustizministerium, das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und der Bundesdatenschutzbeauftragte strengere Datenschutzregelungen fordern als vom BNG vorgesehen. Quelle: handelsblatt, jh


Zytostatika-Betrug: MVZ-Gründung als Umgehungsstrategie


Bei einer Großrazzia in Hamburg durchsuchten im Dezember mehr als 400 Polizisten die Räume der Firma ZytoService und etliche Arztpraxen, insgesamt 57 Objekte. Der Marktführer für die Herstellung von Infusionen zur Krebstherapie soll Ärzte bestochen haben, um im Gegenzug Rezepte für die Medikamente zu erhalten. Daneben soll ZytoService über ein verflochtenes Firmenkonstrukt Arztpraxen aufgekauft und anschließend in Medizinische Versorgungszentren (MVZ) umgewandelt haben. Die angestellten Ärzte leiteten dann die Rezepte für Infusionen von Krebsarzneien exklusiv an ZytoService weiter. Im Gegenzug sollen Ärztinnen und Ärzte neben Kickback-Zahlungen in Höhe von mehr als 500.000 Euro auch rückzahlungsfreie Darlehen, Nutzung luxuriöser Fahrzeuge oder anderweitige geldwerte Zuwendungen" wie Praxiseinrichtungen erhalten haben. Die Berechtigung zur Gründung von MVZ erkaufte sich die Firma durch die bekannte Strategie der Übernahme eines Krankenhauses, in diesem Fall der "Stadtteilklinik" in Hamburg-Mümmelmannsberg. Das Haus mit 15 Betten hat selbst gar keine onkologische Abteilung, gründete aber 2014 bundesweit 15 MVZs. Inhaber dieser Klinik ist wiederum der Mutterkonzern von ZytoService, die Alanta Health Group. Aus Sicht der Staatsanwaltschaft handelt es sich dabei um einen Umgehungstatbestand, um Verbotsregelungen zu unterlaufen. Zum Hintergrund: Die strikte Trennung der ärztlichen Tätigkeit und des Verkaufs von Medikamenten (das Dispensierverbot für Ärzte) besteht bereits seit dem Mittelalter. Es geht auf das so genannte „Edikt von Salerno“ des Stauferkaisers Friedrich II, der damit im Jahr 1231 die Berufe Arzt und Apotheker erstmals gesetzlich trennte. Quelle: ard, jh


2020: Das Tempo bleibt hoch


Auch 2020 wird weiter munter reformiert. So bekommt das Bundesversicherungsamt (BVA) einen neuen Namen: Es heißt jetzt Bundesamt für Soziales (BAS). Die BAS-Aufsichtsbehörde der gesetzlichen Kranken-, Pflege-, Renten und Unfallversicherer ist zuständig für den Gesundheitsfonds, den Risikostrukturausgleich, die Zulassung von Chronikerprogrammen und den Ausgleichsfonds der Pflegeversicherung. Mit dem Fairer-Kassenwettbewerb-Gesetz (GKV-FKG) sollen der Morbiditätsorientierte Risikostrukturausgleich (Morbi-RSA) und die Organisationsstrukturen der gesetzlichen Krankenkassen reformiert werden. So wird eine Regionalkomponente eingeführt und es sollen Manipulationen bei der Kodierung (das „up-coding“) unterbunden werden. Die Strukturen des GKV-Spitzenverbandes werden neu geordnet und ein neuer Lenkungs- und Koordinierungsausschuss mit zehn Vorstandsmitgliedern der Krankenkassen geschaffen. Zweite und dritte Lesung des GKV-FKG sind für den 13./14. Februar vorgesehen. Am 01. März tritt die Masernimpfpflicht in Kraft. Missachtung bei Kita- und Schulkindern kann Geldstrafen bis zu 2.500 Euro und Ausschluss vom Kita-Besuch zur Folge haben. Das Gesetz bringt auch den digitalen Impfausweis und berechtigt Apotheker, Grippeschutz-Impfungen bei Erwachsenen vorzunehmen. Angekündigt ist ein Gesetz zur Notfallversorgung. Kliniken und KVen sollen gemeinsam Integrierte Notfallzentren (INZ) an Krankenhäusern betreiben. Bestehende Bereitschaftsdienstpraxen werden in die INZ überführt. Die Vergütung erfolgt extrabudgetär. Mit einem weiteren Digitale-Versorgung-Gesetz (DVG II) soll die Digitalisierung des Gesundheitswesens vorangetrieben werden. Bereits im Sommer vergangenen Jahres hatte Minister Spahn ein eigenes Datenschutzgesetz zur Einführung der elektronischen Patientenakte (ePA) angekündigt. Quelle: änd, jh


Digitale Angebote: Kein „Hype“ zu erwarten


Andreas Gassen, Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), erwartet keinen Run auf neue digitale Angebote wie Gesundheits-Apps auf Rezept. Auch in Sachen elektronische Patientenakte fällt seine Erwartung nüchtern aus. Bei elektronischen Patientenakten sei der Nutzen für Ärzte begrenzt. „Patienten haben das Recht, Daten für einen Arzt unsichtbar zu stellen, was völlig in Ordnung ist.“ Aus der Akte könne daher aber auch keine Haftung für den Arzt entstehen. „Anfang Januar gehen immer die Anmeldezahlen in Fitnessstudios hoch, weil sich viele zu Silvester mehr Sport fürs neue Jahr vornehmen. So könnte es bei manchen Apps auch sein: Nach acht Wochen guckt keiner mehr drauf, bis auf einen eher kleineren Kreis von Patienten, die das wirklich nutzen.“ Es gebe sehr viele Angebote, aber nur die allerwenigsten erfüllten die Anforderungen an ein Medizinprodukt. Wichtig sei zudem, dass verordnungsfähige Apps wie Medikamente im Praxissystem abrufbar sind. Zur elektronischen Patientenakte sagte Gassen: „Es wird junge EDV-affine Patienten geben, die die digitale Akte in größerem Umfang nutzen – und andere, die sagen, das interessiert mich nicht. Man kann sich schwer vorstellen, dass viele über 75-Jährige ihren Fokus auf die E-Akte legen, wenn sie seit 20 Jahren zu ihrem Hausarzt gehen, der ohnehin weiß, was bei ihnen anliegt. Quelle: änd, jh


Auch das noch:


Katerforschung: Bourbon oder Wodka?


Der Tipp kommt für diesen Jahreswechsel zu spät, aber nach Silvester ist bekanntlich vor Silvester: Bourbon verursacht einen heftigeren Kater als Wodka. Das haben amerikanische Forscher herausgefunden. Ursache ist der 37-fach höhere Anteil an so genannten Kongeneren im amerikanischen Whiskey - das sind Substanzen, die bei der Fermentation entstehen und zum Geschmack beitragen. Schon vor einiger Zeit hat der Mediziner Kai Hensel an der Universität Witten/Herdecke experimentell nachgewiesen, dass die Formel „Bier auf Wein, das lass sein. Wein auf Bier, das rat ich dir" ins Reich der Fabel gehört. Seine Studienteilnehmer hatten an zwei Abenden zunächst nur Wein oder Bier getrunken und wechselten bei 0,5 Promille dann auf das jeweils andere Getränk. Für den Kater am Morgen danach macht das offenbar keinen Unterschied - zumindest wenn man Weißwein und Lagerbier trinkt. Bemühungen, die Nebenwirkungen des Alkohols einzudämmen, gibt es schon sehr lange. Der britische Medizinhistoriker Vivian Nutton entdeckte auf einem fast 2000 Jahre alten Papyrus, dass sich schon die alten Ägypter eine Kranz aus Torfgränke (einem Strauch) um den Hals legten, um „trunkene Kopfschmerzen" zu bekämpfen. Koreanische Forscher verabreichten jungen Männern zunächst Whiskey und dann eine Wasserlösung mit rotem Ginseng; die Kontrollgruppe erhielt ein Placebo. Bei der Ginseng-Gruppe verringerte sich der Alkoholgehalt im Blut deutlich schneller - und damit auch das Risiko für einen Kater. Indische Wissenschaftler führten jüngst In-vitro-Tests zum Abbau von Alkohol durch Enzyme aus Lebensmitteln durch. Ergebnis: Ein Mix aus Birne, Limettensaft und Kokosnusswasser wirkt. Eine Beimischung von Gurke und Tomate könne den Effekt sogar noch verstärken, heißt es - schmecke aber nicht.
Quelle: welt, jh   
  

Nachrichten

News-FVDZ Nachrichten 19. Februar 2020

19. Februar 2020

Sehr geehrte Damen und Herren, mit dem FVDZ aktuell bieten wir Ihnen einmal in der Woche aktuelle Informationen aus dem Verband sowie aus der Gesundheits- und Standespolitik. GOZ-Punktwertuhr: 11.737 Tage...

News-FVDZ Nachrichten 11. Februar 2020

11. Februar 2020

Sehr geehrte Damen und Herren, mit dem FVDZ aktuell bieten wir Ihnen einmal in der Woche aktuelle Informationen aus dem Verband sowie aus der Gesundheits- und Standespolitik. GOZ-Punktwertuhr:  11.729 Tage...

News-FVDZ Nachrichten 03. Februar 2020

04. Februar 2020

Sehr geehrte Damen und Herren, mit dem FVDZ aktuell bieten wir Ihnen einmal in der Woche aktuelle Informationen aus dem Verband sowie aus der Gesundheits- und Standespolitik. GOZ-Punktwertuhr:  11.722 Tage...

News-FVDZ Nachrichten 28.Januar 2020

29. Januar 2020

Sehr geehrte Damen und Herren, mit dem FVDZ aktuell bieten wir Ihnen einmal in der Woche aktuelle Informationen aus dem Verband sowie aus der Gesundheits- und Standespolitik. GOZ-Punktwertuhr:  11.715 Tage...

News-FVDZ Nachrichten 21.Januar 2020

22. Januar 2020

Sehr geehrte Damen und Herren, mit dem FVDZ aktuell bieten wir Ihnen einmal in der Woche aktuelle Informationen aus dem Verband sowie aus der Gesundheits- und Standespolitik. GOZ-Punktwertuhr:  11.708 Tage...

News-FVDZ Nachrichten 14.Januar 2020

16. Januar 2020

Sehr geehrte Damen und Herren, mit dem FVDZ aktuell bieten wir Ihnen einmal in der Woche aktuelle Informationen aus dem Verband sowie aus der Gesundheits- und Standespolitik. GOZ-Punktwertuhr:  11.671 Tage...

News-FVDZ Nachrichten 7.Januar 2020

08. Januar 2020

Sehr geehrte Damen und Herren, mit dem FVDZ aktuell bieten wir Ihnen einmal in der Woche aktuelle Informationen aus dem Verband sowie aus der Gesundheits- und Standespolitik. GOZ-Punktwertuhr:  11.695 Tage...

News-FVDZ Nachrichten 17.Dez. 2019

17. Dezember 2019

ehr geehrte Damen und Herren, mit dem FVDZ aktuell bieten wir Ihnen einmal in der Woche aktuelle Informationen aus dem Verband sowie aus der Gesundheits- und Standespolitik. GOZ-Punktwertuhr:  11.673 Tage...

News-FVDZ Nachrichten 10.Dez. 2019

12. Dezember 2019

  Sehr geehrte Damen und Herren, mit dem FVDZ aktuell bieten wir Ihnen einmal in der Woche aktuelle Informationen aus dem Verband sowie aus der Gesundheits- und Standespolitik. GOZ-Punktwertuhr:  11.666...

News-FVDZ Nachrichten 26.Nov. 2019

02. Dezember 2019

Sehr geehrte Damen und Herren, mit dem FVDZ aktuell bieten wir Ihnen einmal in der Woche aktuelle Informationen aus dem Verband sowie aus der Gesundheits- und Standespolitik. GOZ-Punktwertuhr:  11.652 Tage...

News-FVDZ Nachrichten 19.Nov. 2019

20. November 2019

Sehr geehrte Damen und Herren, mit dem FVDZ aktuell bieten wir Ihnen einmal in der Woche aktuelle Informationen aus dem Verband sowie aus der Gesundheits- und Standespolitik. GOZ-Punktwertuhr:  111.645 Tage...

News-FVDZ Nachrichten 12.Nov. 2019

13. November 2019

Sehr geehrte Damen und Herren, mit dem FVDZ aktuell bieten wir Ihnen einmal in der Woche aktuelle Informationen aus dem Verband sowie aus der Gesundheits- und Standespolitik. GOZ-Punktwertuhr:  11.638 Tage...

News-FVDZ Nachrichten 1.Okt. 2019

03. Oktober 2019

Sehr geehrte Damen und Herren, mit dem FVDZ aktuell bieten wir Ihnen einmal in der Woche aktuelle Informationen aus dem Verband sowie aus der Gesundheits- und Standespolitik. GOZ-Punktwertuhr:  11.596 Tage ...

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies).

Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.