News-FVDZ Nachrichten 9.April 2019

Sehr geehrter Herr Dr. ,

mit dem FVDZ aktuell bieten wir Ihnen einmal in der Woche aktuelle Informationen aus dem Verband sowie aus der Gesundheits- und Standespolitik. Darüber hinaus möchten wir Sie in eigener Sache auf die Seminare des FVDZ aufmerksam machen.

Unsere Themen in dieser Ausgabe:

Aus der Gesundheits- und Berufspolitik:

Bundeskabinett beschließt Errichtung eines Implantate-Registers

Um mehr Sicherheit und Qualität für alle Versicherten bei Implantaten zu erreichen, hat das Bundeskabinett der Errichtung eines Implantate-Registers zugestimmt. Patienten, Kliniken sowie Krankenkassen sollen verpflichtend im Rahmen des Implantateregister-Errichtungsgesetzes (EIRD) die Anwendung an die Datenbank melden. Die Hersteller müssen wiederum ihre Produkte registrieren. Verstoßen sie gegen die Meldepflicht oder werden nicht registrierte Implantate genutzt, ist ein Vergütungsausschluss vorgesehen. Die Datenbank wird beim Deutschen Institut für Medizinische Dokumentation und Information, das dem Bundesministerium für Gesundheit untersteht, eingerichtet. Voraussichtlich ab Mitte 2021 sollen Hüftgelenk- und Knie-Endoprothesen sowie Brustimplantate registriert werden. Zahnimplantate werden in dem Register nicht vermerkt. Das Robert Koch-Institut richtet eine unabhängige Vertrauensstelle ein, die alle personenbezogenen Daten pseudonymisiert. Der Gesetzentwurf enthält ferner Regelungen, mit denen das Verfahren des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) zur Bewertung von Untersuchungs- und Behandlungsmethoden in der vertragsärztlichen Versorgung beschleunigt werden soll. Hierzu wird die bisherige Fristvorgabe für den G-BA von drei auf zwei Jahre verkürzt. Das Gesetz bedarf nicht der Zustimmung durch den Bundesrat. Die Verkündung ist für das Jahresende vorgesehen.
Quellen: BMG, Ärzte Zeitung

Digitalisierung: Bundesgesundheitsministerium (BMG) stellt Expertenteam auf

Die Digitalisierung ist bekanntermaßen eines der Lieblingsthemen von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Um ein Bindeglied zur digitalen Szene zu schaffen, hat das BMG ein elfköpfiges Expertenteam aufgestellt. Die Experten sollen unter dem Namen „Health Innovation Hub – Gesundheit neu denken“ das Ministerium beraten, jedoch unabhängig agieren. Träger ist die BWI GmbH, ein IT-Dienstleister des Bundes. „Die rasanten Fortschritte in der Digitalisierung bieten große Chancen für Patientinnen und Patienten. Die müssen wir nutzen, um das Gesundheitssystem für die Zukunft fit zu machen“, erklärte Spahn. Sein Ziel sei es, die digitale Revolution zu nutzen und zu gestalten, aber nicht zu erleiden. Geleitet wird das Team von Prof. Dr. Jörg Debatin, dem ehemaligen Chef des Uniklinikums Hamburg-Eppendorf. Debatin hat in seiner Zeit als Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender das Klinikum konsequent digitalisiert. 2011 wechselte er als Vice-President zu GE Healthcare. Das Projekt ist angelegt auf drei Jahre. Bisher sind vier Stellen besetzt. Weitere Ausschreibungen laufen.
Quelle: BMG

Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA): Hecken wehrt sich gegen Kritik

Die unparteiische Vorsitzende des G-BA, Josef Hecken, hat sich erneut gegen die Kritik gewehrt, dass das Gremium zu langsam arbeite und daher eine fachliche Aufsicht durch das BMG benötige. „Wir freuen uns über eine enge fachliche Begleitung, hoffen aber, durch die Begleitung nicht erdrosselt zu werden“, erklärte er beim Frühlingsempfang des Gremiums in Berlin. „Lieber Jens, lieber Herr Minister, wir ziehen doch am gleichen Strick und auch in die gleiche Richtung“, sagte Hecken zum Bundesgesundheitsminister, der auch anwesend war. Aus dem €Ministerium wurden in den vergangenen Wochen immer wieder Empfehlungen laut, wie es im G-BA mit Verfahrensänderungen zu schnelleren Ent€scheidungen besonders bei den Methodenbewertungen kommen könnte. Die vorgeschlagenen Regelungen sind mittlerweile im Gesetzentwurf zum Implantate-Register enthalten (s. erste Meldung).
Quelle: Ärzteblatt

Behandlungsfehlerstatistik: Fehler im Promillebereich

Im vergangenen Jahr haben insgesamt 10.839 Patienten ein Schlichtungsverfahren wegen möglicher Behandlungsfehler beantragt. Das erklärten der Vorsitzende der Ständigen Konferenz der Gutachterkommission und Schlichtungsstellen der Ärztekammern, Prof. Dr. Andreas Crusius, und Prof. Dr. Walter Schaffartzik, Vorsitzender der Schlichtungsstelle für Arzthaftpflichtfragen der norddeutschen Ärztekammern in der vergangenen Woche in Berlin. Damit ist die Zahl der Beschwerdefälle seit 2013 weiter rückläufig: Im Jahr 2017 lagen 11.100 Beschwerden wegen Behandlungsfehlern vor, im Jahr 2016 waren es noch 11.559. Von den im Jahr 2018 insgesamt von der Schlichtungsstelle entschiedenen 5.972 Fällen lag bei 1.499 (25 Prozent) untersuchten Fällen tatsächlich ein Fehler mit Kausalität vor, in 359 (sechs Prozent) Fällen lagen Fehler ohne Kausalität vor, in 4.114 Fällen (69 Prozent) wurde kein Behandlungsfehler festgestellt.  Die rückläufige Entwicklung führt Schaffartzik darauf zurück, dass Ärzte mehr Bewusstsein für die Fehlervermeidung entwickelt hätten. Es könne aber auch daran liegen, dass es mit der Einführung des Patientenrechtegesetzes 2013 einen vorübergehenden „Peak“ gegeben habe, der nun allmählich abebbe, so Schaffartzik. Eine hundertprozentige Fehlervermeidung sei nicht möglich, betonte Crusius. „Überall, wo Menschen arbeiten und kommunizieren, passieren Fehler.“ Außerdem würden von der Politik Strukturen geschaffen, die auf Effizienz und Gewinnmaximierung ausgelegt seien. Da überall gespart werde, arbeiteten die Ärzte immer mehr am Limit. Angesichts von 19,5 Millionen Behandlungsfällen in deutschen Krankenhäusern und einer Milliarde Arztkontakten in Praxen bewege sich die Fehlerquote im Promillebereich und zeige die große Professionalität der Ärztinnen und Ärzte, so Crusius. Behandlungsfehler in Zahnarztpraxen werden in der ärztlichen Statistik nicht berücksichtigt.
mar

Aus dem Verband:

Online-Umfrage für angestellte Zahnärztinnen und Zahnärzte

Der FVDZ möchte Sie besser kennenlernen, um Sie auf Ihrem Karriereweg unterstützen zu können. Gemeinsam mit der apoBank hat der FVDZ eine kurze Online-Umfrage speziell für angestellte Zahnärztinnen und Zahnärzte entwickelt, die sich mit den Themen Gehalt, Arbeitszeiten und Work-Life-Balance beschäftigt. Anonymisiert verwendet die apoBank die Ergebnisse, um einen Gehalts- und Arbeitszeitrechner zu erstellen. Bitte helfen Sie uns und nehmen Sie an der Befragung teil.
Hier geht’s direkt zur Umfrage: http://ow.ly/j2lC50ofh8Z
red

Zu guter Letzt:

Schmucke Zähne

Im besten Fall sind schöne Zähne für die Trägerin oder den Träger ein besonders schöner Schmuck, aber der menschliche Zahn inspiriert auch die Schmuckdesignerin Polina Verbytska aus der Ukraine. Die junge Künstlerin greift in ihren Schmuckstücken bestimmte Körperteile auf, beispielsweise Augen, Herzen, aber auch Zähne und Zahnfleisch werden zu Ringen, Ketten, Armbändern und Anhängern verarbeitet. Ihre Zahnkreationen, gerne auch täuschend echt mit Parodontitis und Plaque in Szene gesetzt, sorgen für Aufsehen, obwohl die junge Künstlerin ausschließlich Kunststoffe gebraucht. Bei Interesse können Sie die exotischen Schmuckstücke erwerben. Ab 20 Euro sind Sie dabei: https://www.etsy.com/shop/livesculpture
Quelle: ZWP online